EasyDeutsch
Share!

Adjektivdeklination

Videounterricht zur Adjektivdeklination

​Die Erklärungen zur Adjektivdeklination, die ich im Video benutze, findest du zusammen mit 120 anderen Lektionen auch in meinem Ebook - Deutsche Grammatik einfach erklärt. Weitere Ebooks (auch auf Englisch, Arabisch, ... ) und Spezialrabatte findest du in meinem Shop.

​Wann muss ein Adjektiv dekliniert werden?

Wenn Adjektive vor einem Nomen stehen, müssen sie dekliniert werden.

Sie bekommen also eine Endung.

  • „Der junge Mann lernt Deutsch.“ (Das Nomen „Mann“ steht hinter dem Adjektiv ⇒ Adjektivdeklination)
  • Aber: „Der Mann ist jung.“ (Es steht kein Nomen hinter „jung“ ⇒ keine Adjektivdeklination)

Die Endung hängt davon ab, was für ein Artikel vor dem Adjektiv steht.

Welche Faktoren haben Einfluss auf die Adjektivendung?

Die Adjektivendung hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Genus
  • Fall
  • Artikel vor dem Adjektiv

Adjektivdeklination nach bestimmten Artikeln

Adjektivdeklination nach bestimmten Artikeln
Tipp

Tipp:

Der Artikel zeigt bereits eindeutig den Fall an. Wenn der Artikel schon den Fall anzeigt, muss das Adjektiv das nicht tun.

⇒ Im Nominativ Singular und im Akkusativ neutral und feminin wird ein „e“ angehängt

⇒ Im Akkusativ maskulin sowie im PluralDativ und Genitiv bekommen Adjektive, egal mit welchem Artikel davor, immer die Endung „en

Beispiele:

  • Das rote Auto gehört dem reichen Mann.“
  • „Hans sitzt auf dem alten Sofa.“
  • „Das Haus steht neben dem großen Park.“
  • Das kleine Haus ist grau.“

Empfehlung: Kostenloser Videounterricht zum Thema: Adjektivdeklination

Bestimmte Artikelwörter

Zu den bestimmten Artikeln gehören auch die Artikelwörter:

  • „diese“,
  • „jede“,
  • „welche“
  • „solche” und
  • „alle“.

Wenn das Adjektiv hinter einem dieser Artikel steht, bekommt es ebenfalls die Endung, wie beim bestimmten Artikel. Da diese Artikelwörter immer schon die deklinierte Endung besitzen, kann das Adjektiv in der Grundform mit der „-e“ bzw. der „-en“ - Endung bleiben.

Genus deutsche Fälle

Adjektivdeklination nach unbestimmten Artikeln

Adjektivdeklination nach unbestimmten Artikeln

Die Endungen gelten auch für Possessivartikel (mein, dein,…) und den Negativartikel (kein)

Aber diese besitzen einen Plural!

Adjektivdeklination nach Possessivartikeln

Siehst du das System dahinter?

Genau die selben Endungen bekommen die anderen Formen (dein, sein, ihr,...) und auch der Negativartikel (kein).

Adjektivdeklination nach kein

Die farbige Markierung zeigt an, von welchem Teil der Fall konkret gezeigt wird. Im Plural, im Dativ und Genitiv macht das schon der Artikel. Also braucht das Adjektiv seine Endung nicht zu wechseln und bleibt bei der "-en" - Endung. Weil im Nominativ und Akkusativ aber auch Artikel auftreten, die gar keine Endung haben (ein, mein,...), muss dort das Adjektiv den Fall zeigen. Also muss man im Nominativ- und Akkusativ-Singular, die Endung des bestimmten Artikels (der, die ,das...) an das Ende des Adjektivs setzen.

Beispiele:

  • Mein neues Auto steht in der Garage.“
  • „Hans sitzt auf einer alten Kiste.“
  • „Das Haus ist in keinem guten Zustand.“
  • „Das ist ein schmales Bett.“
Genus deutsche Fälle

Adjektivdeklination nach dem Nullartikel

Wenn ein Nomen ohne Artikel benutzt wird, nennt man das Nullartikel. Wenn vor dem Adjektiv kein Artikel steht, wird wie folgt dekliniert:

Adjektivdeklination ohne Artikel

Siehst du das System dahinter?

Ohne Artikel vor dem Adjektiv ist das Adjektiv gezwungen, den Fall zu zeigen. Also muss man die Endung der bestimmten Artikel im jeweiligen Fall an das Ende des Adjektivs anhängen. Die einzige Ausnahme ist der Genitiv maskulin und neutral. Hier zeigt das "s" am Ende des Nomens schon eindeutig, dass es sich um den Genitiv handelt und das Adjektiv bleibt bei seiner "-en" - Endung.

Beispiele Adjektivdeklination nach dem Nullartikel

  • Junge Frauen sind oft sehr hübsch.“
  • „Ein Deutscher trinkt jedes Jahr 130 Liter kaltes Bier.“
  • „Der Ring ist aus purem Gold.“
  • „Dort stehen rote Autos.“

Adjektivdeklination nach „viel“ , „manche“, „mehrere“, „einige“: 

Nach  diesen Artikelwörtern bekommt das Adjektiv immer die Endung des entsprechenden bestimmten Artikels, da diese vor Nomen stehen,  die den Regeln  des Nullartikels entsprechen.

Es gibt noch ein paar seltene mehr, die du  hier (Klick) findest. Die hier beschriebenen Regeln  funktionieren auch für diese IMMER.  Aber manchmal  gibt es noch eine andere Version, die ebenfalls richtig ist.

Besonderheiten

Wenn ein Adjektiv auf „e“ endet, wird kein zusätzliches „e“ angehängt.

  • „leise“ - „ein leises Kind“

(Falsch: ein leisees Kind)

Adjektive die auf „el“ enden verlieren das „e“ von „el“

  • „sensibel“ - „ein sensibles Kind“

(Falsch: „ein sensibeles Kind“)

  • ​ „dunkel“ – „ein dunkler Wald“

  (Falsch: „ein dunkeler Wald“)

Adjektive, die auf „er“ enden, verlieren das „e“ von „er“, wenn davor ein Vokal (a, e, i, o, u) steht.

  • „teuer“ - „ein teures Auto“ (Falsch: „ein teueres Auto“)
  • „sauer“ – „ein saurer Apfel“ (Falsch: „ein sauerer Apfel“)

ABER: „sauber“ – „ein sauberes Zimmer“  (Kein Vokal davor)

Das Adjektiv „hoch“ verliert mit einer Endung das „c“

  • „Der Turm ist hoch.“
  • „Das ist ein hoher Turm.“

(Falsch: „Das ist ein hocher Turm.“)

Adjektive mit der Endung „a“ und Adjektive aus Städtenamen mit „-er“ werden nicht dekliniert.

  • „Das ist ein rosa Kleid.“
  • „Die lila Bluse ist hässlich.“
  • „Der Frankfurter Flughafen ist riesig.

Zusammenfassung

Wenn es keinen Artikel gibt, der den Fall anzeigt, muss das Adjektiv den Fall zeigen. Das Adjektiv bekommt dann die Endung des entsprechenden bestimmten Artikels (der, die, das,... )

Ausnahmen: 

  • Genitiv maskulin und neutral. Hier wird immer die Endung „en“ benutzt, da das Genitiv-s am Ende des Nomens bereits eindeutig den Genitiv anzeigt.
  • Nach „viel“ , „manche“, „mehrere“, „einige“ folgt, auch wenn sie eine Endung besitzen, das Adjektiv immer mit der Endung des entsprechenden bestimmten Artikels.
EasyDeutsch Grammatik als PDF Banner

Bewerte die Lektion: 


4.8/5 (33 Reviews)

und teile sie mit deinen Freunden!

0 shares

Weiterführende Themen:

Eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Bestimmen der richtigen Adjektivendung findest du unter: Adjektivdeklination: 4-Schritte Regel.

Was du bei allen Adjektiven im Allgemeinen beachten musst, findest du unter Adjektive Allgemein.

Die Adjektivdeklination unterscheidet sich, jenachdem ob ein bestimmter Artikel, ein unbestimmter Artikel (Auch Possessivartikel oder Negativartikel) oder gar kein Artikel (Nullartikel) vor dem Adjektiv steht.

Die Endung wird durch die Fälle: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv bestimmt.

Du musst den Genus des Nomens kennen.

  • Klaudio sagt:

    awesome!, vielen Dank-weiter so

  • Lena sagt:

    Sie erklären es wirklich sehr einfach und logisch. Verstehen tut jeder. Einen herzlichsten Dank

  • Karin Malachini sagt:

    Die Erklärung ist sehr gut, aber ich möchte gern wissen, wenn ein Adjektiv als Nomen benutzt wird, wie zum Beispiel „Englischer Garten“, wird das Adjektiv „englisch“ genauso dekliniert als wäre es nur ein Adjektiv?
    Der Englische Garten (Nominativ)
    Den Englischen Garten (Akkusativ)
    Englischer Garten (Nominativ ohne Artikel)
    Können Sie mir bitte helfen? Ich habe keine Erklärung in Büchern gefunden.
    Vielen Dank.

  • Piero Nuccio sagt:

    Die Erklärung ist sehr gut. Super!

  • Arbnore Caushi sagt:

    Hallo Jan
    Vor Kurzem habe ich deine Seite entdekt. Sehr gut und einfach erklärt. So macht Deutschlernen Spaß :-).
    DANKE dir!

  • Blaise sagt:

    Es wäre sinnvoll, ein Deklinierungsbeispiel für jeden Fall anzugeben, und auch daneben zu schreiben (evtl. in Klammern) welchem Fall das Beispiel entspricht. Vor allem bei Ausnahmen wäre dies wichtig, weil man sich gerade dann weniger vertraut, den Fall richtig anzuwenden.

    Zum Beispiel wird erwähnt, dass der Genitiv Ausnahmefällen darstellen kann, steht aber nirgendwo im Artikel ein einziges Beispiel zum Genitiv, ganz zu schweigen von einem, das dessen Ausnahme erläutert.

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      In den Tabellen hast du Übersichten mit Beispielen zu jedem Fall abhängig vom Artikel davor!

      Es gibt keine Ausnahmen! Da hast du etwas falsch verstanden! Die Ausnahme beim Genitiv ist, dass es bei maskulin und Neutral immer „en“ bleibt! Weil das „s“ schon am Ende des Nomens hängt. Aber auch das wird klar auf der Seite wiedergegeben. Alle weiteren „Ausnahmen“ stehen unter Besonderheiten, weil sie genau das sind: Besonderheiten und keine Ausnahmen! 😉

  • >