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Kasus: Der Genitiv

Was ist der Genitiv?

Der Genitiv zeigt eine Zugehörigkeit oder ein Besitzverhältnis

Er wird in Nomen – Nomen Konstruktionen verwendet.

Der Genitiv steht  auch nach bestimmten Verben, Präpositionen und Adjektiven.

Die Kontrollfrage für den Genitiv lautet „Wessen?“

Genitiv - Beispiele

  • „Das Pferd des Reiters ist weiß.“

⇒ Wessen Pferd ist weiß? – Des Reiters!

⇒ Nomen – Nomen Konstruktion ⇒ Genitiv

  • „Während des Spiels verletzt er sich.“

Präposition „während“ zwingt zum Genitiv ⇒ des Spiels

Deklination im Genitiv

Die Artikel müssen an den Fall angepasst (dekliniert) werden:

Deklination Genitiv
Genus deutsche Fälle

Genitiv - Besonderheiten

Maskuline und neutrale Nomen bekommen die Endung „s“ oder „es“.

„es“ wird bei einsilbigen Nomen und Nomen die auf s, ß, x oder z enden benutzt.

Einsilbige Nomen: (Nur „s“ geht auch, aber „es“ klingt meistens besser)

  • „der Mann“ – „des Mann(e)s

Endung auf s, ß, x, z (Du MUSST „es“ verwenden)

  • „der Platz“ – „des Platzes

Genitiv in Nomen-Nomen Konstruktionen

In Nomen-Nomen Konstruktionen zeigt der Genitiv immer eine Zugehörigkeit, also einen Besitzer/Eigentümer an.

Das Nomen im Genitiv ist hier der Besitzer des anderen Nomens:

Nomen Nomen Konstruktion Genitiv
Tipp

Tipp:

Diese Form wird oft mit einem einfachen Trick umgangen: Man setzt die Präposition "von" zwischen die beiden Nomen. Da "von" zum Dativ zwingt, ist der Genitiv nicht mehr nötig.

  • „Das Pferd des Reiters ist weiß.“ = „Das Pferd von dem Reiter ist weiß.“

Besonderheit: Nomen-Nomen-Konstruktionen mit Eigennamen

Weil der Artikel fehlt, wird der Genitiv anders gebildet:

  • Holgers Pferd ist weiß.“

Der Eigenname wird nach vorn gesetzt und erhält die Endung „s“ (auch bei weiblichen Personen!)

Endet der Eigenname auf s, ß, x oder z bekommt er ein Apostroph:

  • Hans´ Pferd ist weiß.“


Genitiv nach bestimmten Präpositionen

  • „Wegen der Krankheit kann er nicht arbeiten.“

Die Präposition „wegen“ zwingt zum Genitiv

Die wichtigsten Genitiv-Präpositionen:

„Während“, „wegen“, „trotz“, „innerhalb“, „außerhalb“, „oberhalb“, „unterhalb“, „aufgrund“, „anstelle“, „(an)statt“

Merke dir

Merke dir:

Steht eine Präposition vor dem Nomen, sind alle anderen Regeln egal.

Es gilt IMMER die Regel der jeweiligen Präposition.

Es ist egal, ob es ein direktes oder indirektes Objekt ist oder welchen Fall das Verb nutzen möchte.

Die Präposition sagt dir welchen Fall du benutzen musst! IMMER!

Verwendung des Genitivs nach bestimmten Verben

Einer Sache: gedenken, bedürfen, Herr werden

  • „Wir gedenken der Toten.“
  • „Wir bedürfen der Hilfe.“
  • „Wir werden der Situation Herr.“

Jemanden einer Sache: anklagen, bezichtigen, überführen, beschuldigen, verdächtigen

  • „Man klagt ihn der Korruption an.“
  • „Man verdächtigt ihn des Verbrechens.“
  • „Man beschuldigt ihn des Verrats.“

Sich einer Sache: brüsten, erinnern, erfreuen, enthalten, schämen

  • „Ich erinnere mich der alten Zeiten.“
  • „Ich schäme mich meiner schlechten Aussprache.“
  • „Ich erfreue mich des Lebens!“

Mehr dazu auch unter Verben mit Genitiv-Ergänzung.


Genitiv nach bestimmten Adjektiven

  • Bewusst: „Ich bin mir meines Fehlers bewusst.“
  • Fähig: „Du bist des Mordes nicht fähig.“
  • Gewiss: „Sie ist sich des Erfolges gewiss.“
  • Sicher: „Du kannst dir meiner Unterstützung sicher sein!“

Auch so: „überdrüssig“, „verdächtig“, „würdig“, „bedürftig“

Die Adjektive werden immer hinter das Nomen gestellt und NICHT dekliniert! 

Genus deutsche Fälle

Gute Nachricht für alle Schüler

Wenn du dir jetzt denkst: Wie soll ich das bitte alles lernen? Adjektive, Verben,....

Der Genitiv wird in der deutschen Sprache nur noch wenig eingesetzt.

Oft kann man die Genitiv-Regel durch hinzufügen von Präpositionen umgehen

  • „Ich erinnere mich der alten Zeiten„Ich erinnere mich an die alten Zeiten.“

Durch die Präposition an wird der Genitiv ausgetrickst, denn die Präposition verlangt den Akkusativ. Es zählt immer das Wort, was vor dem Nomen steht. Wenn es eine Präposition gibt, ist das IMMER die Präposition.

Auch Nomen-Nomen-Konstruktionen können fast immer mit der Präposition „von“ umgangen werden.

  • „Das Pferd des Reiters ist weiß.“ „Das Pferd von dem Reiter ist weiß.“
Achtung Hinweis

Achtung:

Nomen-Nomen-Konstruktionen wird der Genitiv noch verwendet. Außer bei Eigennamen klingt der Satz im Genitiv besser. Der Dativ wird hier manchmal als "ungebildet" wahrgenommen. Aber rein grammatikalisch geht beides!

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 Weiterführende Themen:

Alles zum Thema Nominativ findest du unter: Der Nominativ.

Alles zum Thema Akkusativ findest du unter: Der Akkusativ.

Alles zum Thema Dativ findest du unter: Der Dativ.

Wie du die Fälle, also den Kasus, am einfachsten Bestimmst findest du hier: Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv ? Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Welche Verben dich zu einem bestimmten Fall zwingen findest du unter: Verben mit Ergänzungen.

Präpositionen bestimmen die Fälle, daher habe ich dir auch drei Listen erstellt mit Präpositionen mit AkkusativPräpositionen mit Dativ und Präpositionen mit Genitiv.

Welche Verben dich zum genitiv zwingen fidnest du unter: Verben mit Genitivergänzung.

Genus deutsche Fälle
  • Steffi sagt:

    Das ist eine tolle Seite. Ich leite einen Deutschkurs und meine erwachsenen Schülerinnen und Schüler können sehr gut mit den Erklärungen arbeiten.

    • EasyDeutsch sagt:

      Das freut mich Steffi! Falls du oder deine Schüler Fragen haben, könnt ihr mich jederzeit fragen!

      • mohammed sagt:

        hallo ich bin sein einem jahr in deutschland,und habe eine frage ,das was sie zu Steffi geschrieben haben ist das richtig oder nicht? „falls du oder deine schüler fragen haben“also soll es nicht so sein „falls du oder deine schüler Fragen habt“ ????? ich möchte von ihnen lernen

  • Beni Müller sagt:

    Hallo Jan,

    Vielleicht sollte man im Abschnitt „Besonderheit: Nomen-Nomen-Konstruktionen mit Eigennamen“ noch erwähnen, dass auch weibliche Namen (z.B. Agnes, Anna) die Endung -s bzw. den Apostoph erhalten. (-> Agnes‘ Annas),

    Weil das Nomen im Genitiv sonst nur eine Endung bekommt, wenn es männlich oder sächlich ist, könnte man fälschlicherweise auf die Idee kommen, dass diese Regel auch im Falle der „Nomen-Nomen-Konstruktionen mit Eigennamen“ gilt.

    Gruss
    Beni

  • Deise sagt:

    Hallo Jan,
    tolle Site. Ich bekomme regelmäßig Deine E-Mails, die habe mir schon viel geholfen.

    Es geht um Genitiv, vielleicht kannst Du mir weiter helfen.
    Beispiel 1: Das ist der Tochters Puppe.
    Warum bekommt Tochter ein ’s‘?

    Beispiel 2: Die Aussicht der Wohnung ist toll.

    Danke im voraus
    Deise kremer

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Hallo Deise,

      in der Theorie ist die Version mit dem „Eigentümer“ + S + Eigetum immer möglich! Anders als auf Englisch wird es im modernen Deutsch aber nur noch bei Eigennamen benutzt. Diese Version hast du wahrscheinlcih in einem alten Märchen oder in Fachliteratur gefunden. In der modernen Sprache würde man immer die Puppe der Tochter sagen/schreiben.

      –> Theoretisch könntest du also auch „Der Wohnungs Aussicht ist toll.“ sagen. Das machta ber absolut niemand mehr! 😉

      Liebe Grüße
      Jan

      • Jork sagt:

        Merkwürdiges Beispiel: Eine Wohnung hat eine Aussicht?! Wie geht das denn? Schaut die Wohnung aus ihren Fenstern? Bestenfalls hat jemand von dieser Wohnung aus eine wie auch immer geartete Aussicht. 🙂

  • Beni sagt:

    Hallo Jan,

    Du schreibst: „In Nomen-Nomen Konstruktionen zeigt der Genitiv immer eine Zugehörigkeit an oder gibt ein Besitzverhältnis wieder.“

    Hier wären Beispiele für Besitzverhältnisse:

    -Pauls Auto ist schon wieder kaputt.
    -Das Haus der jungen Witwe wurde nach dem tragischen Tod ihres Mannes sofort verkauft, da sie es nicht ertragen konnte, dort alleine zu leben.

    Es folgen Beispiele für Zugehörigkeiten:

    -Markus‘ Geschäftspartner war eines Tages nicht mehr zu erreichen.
    -Die kleine Tochter des Zahnarztes weigert sich strikt, eine Zahnspange zu tragen, obwohl sie schiefe Zähne hat.

    Aber was ist mit den folgenden Beispielen? Ich denke diese passen weder ohne weiteres in die Kategorie Besitzverhältnis, noch ohne weiteres in die Kategorie Zugehörigkeit:

    -Am Ende (der) (Monat) haben viele Menschen Schulden auf ihren Bankkonten.
    -Die Rechte (der) (neu) (Film), der jetzt in die Kinos kommt, gehören nach wie vor dem Autor, der das Drehbuch dazu geschrieben hat.
    -Nach Herrn (Müller) schwerem Verkehrsunfall musste sein Auto auf den Schrottplatz gebracht werden.
    -(Veronika) Leibspeise ist Pasta. Also gibt es bei ihr jeden Tag Nudeln in allen Varianten und mit allerlei delikaten Soßen.
    -Die Organisatoren (das) (Fest) sind Profis und arbeiten schon seit drei Jahrzehnten für unsere Firma.
    -(Agnes) Sprachkenntnisse haben sich nach dem 6-wöchigen Intensivkurs deutlich verbessert.

    Was meinst Du?

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Es sind auch alles Zugehörigkeiten denn du fragst immer mit wessen!

      Am Ende des Monats – Welches/wessen Ende? – Das Ende des Monats und nicht des Tages oder des Jahres! Es ist nicht irgendein Ende sondern das Ende des Monats!
      Genauso ist es nicht irgendein Verkehrsunfall sondern der von Herrn Müller.
      Es ist nicht irgendeine Leibspeise sondern die von Veronika. Das funktioniert bei allen Beispielen wunderbar! 🙂

  • Gabriele sagt:

    Hallo und guten Tag,

    warum heisst es „der Name des Menschen“ aber „der erste Buchstabe des Namens“? Ich komm‘ nicht drauf.

    Danke fuer Info.

    Gruss Gaby

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Hallo Gaby,

      „Name“ nutzt die N-Deklination UND das Genitiv-s. In der Regel wird das Genitiv-s von der N-Deklination „überschrieben“. „Name“ bildet aber eine Ausnahme.

      Liebe Grüße
      Jan

  • Alex sagt:

    Hallo,

    vielleicht könnt Ihr mir helfen. Nach einem Todesfall in der Familie behauptet der Bestatter es heißt: „Herr XY, Träger des Bundesverdienstkreuz“. Ich bin der Meinung es müsse heißen: „Träger des Bundesverdienstkreuzes“. Welche Schreibweise stimmt denn nun?

    Danke, Alex

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Hallo Alex,

      definitiv mit „es“! Nur bei Eigennamen wird „-es“ durch ein Apostroph ersetzt: „Heinz‘ Autowerkstatt“.

      Liebe Grüße
      Jan

  • Abdulwasa Osman sagt:

    Hallo Jan,
    vielen Dank für deine tolle Erklärung. Ich find es super, dass deine Webseite gut strukturiert ist. Allerdings möchte ich dir aufmerksam machen, dass es ein Paar Sätze Falsch geschrieben sind.

    Hier habe ich dir die Sätze kopiert und korregiert.

    Weiterführende Themen

    Alles zum Thema Nominativ findest du unter: Der Nominativ
    Alles zum Thema DAS MUSS AKKUSATIV SEIN STATT NOMINATIVE Nominativ findest du unter: Der Akusativ
    Alles zum Thema DAS MUSS DATIV SEIN STATT AKKUSATIV Akkusativ findest du unter: Der Dativ

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