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Deutsche Verben mit Akkusativ

Auf dieser Seite erfährst du alles über Verben, die eine Akkusativ-Ergänzung nutzen. Ergänzungen sind sehr wichtig für das Bestimmen von Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv. Zum Verständnis ist es wichtig, dass du weißt was eine Ergänzung ist. Wenn du dir da noch nicht sicher bist, sieh dir als erstes das Thema Ergänzungen in der deutschen Grammatik an.

Verben mit Akkusativ

Die meisten deutschen Verben nutzen eine Akkusativ – Ergänzung, auch Akkusativobjekt oder direktes Objekt genannt.

Die Akkusativergänzung ist immer eine Sache oder eine Person. Das bedeutet, dass die Verben zusätzlich zur handelnden Person oder Sache noch eine zweite Person oder Sache brauchen, mit der etwas getan wird.

Die Akkusativ-Ergänzung entspricht also dem direkten Objekt.

Beispiele - Akkusativergänzung:

  • Der Mann besucht seine Eltern.“.

„seine Eltern“ ist die Akkusativ – Ergänzung. Der Satz macht ohne sie keinen Sinn.

Direktes Objekt ⇒ Akkusativ

  • Er kennt den Mann.“

„den Mann“ ist die Akkusativ – Ergänzung. Der Satz macht ohne sie keinen Sinn.

Direktes Objekt ⇒ Akkusativ

Die Sätze würden ohne die zweite Ergänzung keinen Sinn ergeben. Man kann hier mit „Wen?“ fragen und es ist auch eindeutig das direkte Objekt, also das Objekt, mit dem etwas getan wird, das für die Handlung benutzt wird und somit ist es eine Akkusativ-Ergänzung.

Wortstellung

Normaler Aussagesatz/Hauptsatz:

Wortstellung Verben mit Akkusativ
Wortstellung Verben mit Ergänzung

Doppelte Akkusativ - Ergänzung

Die Doppelte Akkusativ – Ergänzung ist selten und wird nach Möglichkeit vermieden.

Verben, die eine doppelte Akkusativ-Ergänzung nutzen, brauchen zusätzlich zum Nominativ noch eine Person UND eine Sache, um Sinn zu machen.

Es gibt nur noch 5 Verben, wo die doppelte Akkusativ – Ergänzung tatsächlich noch genutzt wird.

Das sind: „abfragen“, „abhören“, „lehren“, „nennen“ und „kosten“

Beispiele doppelter Akkusativ:

  • Mein Vater fragt mich die Vokabeln ab.“

„Mich“ und „die Vokabeln“ sind 2 Ergänzungen und müssen beide im Akkusativ stehen. (Weil es keinen Empfänger von etwas gibt und das Verb somit 2 Mal den Akkusativ verlangt.) Man kann (theoretisch) keines der beiden weglassen, ohne dass eine Frage offen bleibt.

In der Umgangssprache wird der offensichtliche Teil (in diesem Fall wahrscheinlich „mich“) oft auch weggelassen.


  • Der Lehrer lehrt uns die deutsche Sprache.“

„Uns“ und die deutsche Sprache“ sind 2 Ergänzungen und müssen beide im Akkusativ stehen. (Weil es keinen Empfänger von etwas gibt und das Verb somit 2 Mal den Akkusativ verlangt.) Man kann theoretisch keines der beiden weglassen, ohne dass eine Frage offen bleibt.


  • Der Apfel kostet mich einen Euro.

„Mich“ und „einen Euro“ sind 2 Objekte im Akkusativ. Auch hier gibt es keinen Empfänger und man kann theoretisch keines der beiden weglassen, ohne dass eine Frage offen bleibt.

Diese Verben brauchen eine Person und eine Sache als Akkusativobjekte zusätzlich zum Nominativ. Wenn der Sprecher die Person ist, wird die Person aber häufig weggelassen, da es offensichtlich ist.


  • Er nennt mich einen Idiot.“

„Mich“ und „einen Idiot“ sind 2 Ergänzungen im Akkusativ.

Auch dieses Verb braucht eine Person und eine Sache als Akkusativobjekt. Aber hier kann man das „mich“ (also die Person) nicht weglassen, da es niemals offensichtlich sein kann!

Umgangssprachlich wird hier oft indirekte Rede (= Konjunktiv 1) benutzt:

  • „Er sagt, dass ich ein Idiot sei.“
Genus deutsche Fälle

Weiterführende Themen:

In den folgenden Lektionen findest du alle Infos zu den verschiedenen Ergänzungen, die ein Verb noch haben kann.

Wenn du dir mit den Fällen und deren Deklination noch nicht sicher bist, solltest du dir auch die Lektionen zu den vier Fällen: Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv noch einmal anschauen.

Um Die Lektion zu den Präpositional-Ergänzungen verstehen zu können, solltest du vorher vielleicht die Lektionen zu den Präpositionen wiederholen.

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  • Patrick sagt:

    Hallo Jan

    Du schreibst weiter oben, dass es bei den folgenden Satzbeispielen keinen Empfänger gibt. Und dass man dann aus dieser Tatsache ableiten kann, dass es in diesen Sätzen kein Dativ- Objekt gibt.

    1) Mein Vater fragt mich die Vokabeln ab.
    2) Der Lehrer lehrt uns die deutsche Sprache.

    Ich schlüpfe jetzt mal in die Rolle eines Schülers und behaupte: Doch es gibt einen Empfänger. Deshalb hätte ich wohl als Fremdsprachiger hier ein Dativ- Objekt gewählt:

    In Beispiel 1): Das Objekt „mich“ (bzw. „ich“) ist der Empfänger der Frage die mein Vater stellt.
    In Beispiel 2): Das Objekt „uns“ (bzw. „wir“) sind die Empfänger des Wissens (Know Hows), das der Lehrer uns vermittelt.

    Was ist mein Anliegen oder meine Frage:
    Wie kannst Du meine obige Behauptung als Lehrer entkräften? Bzw. was habe ich nicht verstanden? Bzw. müsste ich anders vorgehen um herauszufinden, ob ein Objekt eine Empfängerfunktion hat oder nicht? Es muss dafür ja eine möglichst präzise unbestechliche Vorgehensweise geben, wenn man einen Nutzen aus einer solchen Regel ziehen möchte.

    Auf Deine Antwort bin ich gespannt.

    Gruss
    Patrick

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Also beim ersten Beispiel kann man es so erklären. Durch den Präfix „ab“ ist es ein das Antworten aus dir „rausziehen/abziehen“ und kein Fragen geben!

      Beim 2. Beispiel gebe ich zu, dass es hier schon etwas schwieriger ist. Zumal es umgangssprachlich genau deswegen auch oft mit Dativ benutzt wird.
      Lehrern bedeutet ja eigtl. etwas erklären bzw Wissen übertragen. Wenn wir davon ausgehen, dass alle Schüler immer alle Erklärungen verstehen, dann sind sie Empfänger von Wissen. (= Bedingung für indirektes Objekt / Dativ) Wesentlich realitätsnaher ist aber, dass nicht alle Schüler es verstehen. Wenn ein Schüler es nicht versteht, hat er auch nichts empfangen. Es wurde allerdings etwas mit einem gemacht. (= Bedingung für das direkte Objekt / Akkusativ)

      Zum Vergleich: Beim Verb „geben“ gibt es immer einen Empfänger. Wenn ich dir etwas gebe, empfängst du es, ob du willst oder nicht, ob du es verstehst oder nicht! 🙂

      Es gibt sicher auch eine sprachwissenschaftliche Herleitung dafür…. da ich keiner bin kann ich damit allerdings nicht dienen!

      Liebe Grüße
      Jan

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