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Verneinung / Negation

Möglichkeiten zur Verneinung

Es gibt 3 Hauptmöglichkeiten zur Verneinung:

  • Nein:   „Willst du ein Eis?“ ; „Nein!“
  • Kein:   „Ich möchte kein Eis!“
  • Nicht:   „Ich mag Eis nicht!“

Verwendung von „nein“

„Nein“ ist die negative Antwort auf eine Frage. Es wird ausschließlich zur Beantwortung von Fragen benutzt.

Beispiele:

  • „Hast du deine Hausaufgaben gemacht?“ - „Nein!“
  • „Bist du fertig?“ - „Nein, Mami!“

Verwendung von „kein“

„Kein“ verneint ausschließlich Nomen und wird bei Nomen ohne Artikel und bei Nomen mit einem unbestimmten Artikel verwendet.

„Kein“ muss wie ein Possessivartikel dekliniert werden. (siehe auch Possessivartikel)

Beispiele:

  • „Hast du Durst?“ – „Ich habe keinen Durst.“
  • „Das ist ein Hund.“ – „Das ist kein Hund.“

Verwendung und Position von „nicht“

Mit „nicht“ wird alles verneint, was nicht mit „kein“ oder „nein“ verneint wird. Das bedeutet, dass Verben, Adjektive, Adverbien, Pronomen, Präpositionen, Eigennamen, Nomen mit bestimmten und possessiven Artikeln, Satzteile und ganze Sätze mit „nicht“ verneint werden.

Verneinung eines ganzen Satzes/Verbs

Das Hauptverb wird verneint, bedeutet, dass der ganze Satz verneint wird.

  • „Ich kaufe das Auto nicht.“

Wortstellung: Wenn das konjugierte Hauptverb (das an 2. Stelle) verneint wird steht „nicht“ am Ende des Satzes.

  • „Ich möchte das Auto nicht kaufen.“
  • „Ich habe das Auto nicht gekauft.“

Wortstellung: Wenn neben dem Hauptverb noch ein Hilfsverb oder ein Modalverb benutzt wird, kommt „nicht“ immer vor das Hauptverb.

Verneinung eines Adverbs

  • „Ich wandere gern.“ – „Ich wandere nicht gern.“

Wortstellung: „Nicht“ kommt vor das Adverb, das verneint werden soll.

Verneinung eines Adjektivs

  • „Ich bin schlau.“ – „Ich bin nicht schlau.“

Wortstellung: „Nicht“ kommt vor das Adjektiv, das verneint werden soll.

Verneinung eines Pronomens

  • „Ich habe nicht dich angerufen, sondern Uwe.“

Wortstellung: „Nicht“ kommt vor das Pronomen, das verneint werden soll.

Verneinung eines Eigennamens

  • „Das ist nicht Susi. Das ist Anne!“

Wortstellung: „Nicht“ kommt vor den Eigennamen, der verneint werden soll.

Verneinung von Angaben und Ergänzungen mit einer Präposition

  • „Ich komme nicht zu deiner Party.“
  • „Ich bin nicht bei Frank.“
  • „Er kommt nicht vor 20 Uhr nach Hause.“

Wortstellung: „Nicht“ kommt vor die Präposition.

Verneinung von Nomen mit bestimmten und possessiven Artikeln.

  • „Er hat nicht seinen Schlüssel, sondern ihren.“
  • „Er hat nicht das Auto, sondern das Fahrrad bezahlt.“

Diese Verwendung ist sehr selten und gibt es fast ausschließlich in der Kombination mit „sondern“.

Wortstellung: „Nicht“ steht vor dem Artikel

Wörter mit negativem Gegenteil

Einige Wörter haben ein negatives Gegenteil und bilden ihre Verneinung mit dem Gegenteil:

Verneinung Negatives Gegenteil wörter

* Genaueres zur Verwendung und Bedeutung dieser Wörter findest du unter Indefinitpronomen.

Zusammenfassung

  • Fragen werden mit „Nein“ verneint.
  • Nomen mit Nullartikel und unbestimmten Artikeln werden mit „kein“ verneint.
  • Alles andere wird mit „nicht“ verneint.
  • „Nicht“ steht immer vor dem, was verneint werden soll, außer es verneint das konjugierte Verb.
  • Es gibt einige Wörter mit negativem Gegenteil.
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Weiterführende Themen:

Eine Ausführliche Erklärung zu „kein“ findest du unter: Der Negativartikel „kein“

Mehr Informationen zur Bedeutung und Benutzung der einzelnen Wörter mit negativem Gegenteil findest du in der Lektion: Indefinitpronomen

Empfehlung: Kostenloser Unterricht im Email-Grammatikkurs

  • Ephi sagt:

    Hallo Jan,

    mir ist aufgefallen, dass bei den Nullartikel u.a. auch Städte, Kontinente, Länder, Namen, Firmennamen aufgeführt werden. Allerdings würde man „Ich komme aus München“ doch auch verneinen, indem man sagt „Ich komme nicht aus München“. Bei Materialien und Stoffen würde ich wohl eher auch zu einem „Nicht-Satz“ tendieren.

    Möglicherweise habe ich hier was falsch verstanden, aber die Regel „,Kein‘ verneint ausschließlich Nomen und wird bei Nomen ohne Artikel […] verwendet“ ergibt für mich dann nicht ganz so viel Sinn.

    Vielleicht könntest Du hierzu noch etwas ergänzen. Das wäre wirklich sehr hilfreich. 🙂

    Liebe Grüße

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Hallo Ephi,

      da hast du vollkommen Recht. Alle von dir aufgezählten „Dinge“ sind aber immer auch Eigennamen und wenn du unter „Nicht“ schaust siehst du dort das Eigennamen immer mit nicht verneint werden.
      Man könnte das noch bei „kein“ als Ausnahme von den Nomen ohen Artikel ergänzen. Allerdings bin ich kein Freund davon jede kleine Ausnahme aufzuzählen, weil das von der eigtl. Rege ablenkt und ich die Erfahrung gemacht habe, dass der Schüler sich das dann schwerer merken kann. Wenn eine Ausnahme auftritt, merken das die Schüler meistens eh und dann erkläre ich es ihnen so wie dir jetzt gerade direkt am konkreten Beispiel. Dann kennen sie die Ausnahme haben vorher aber auch die Regel verstanden und sind nicht von Ausnahmen verwirrt und verunsichert worden. (Mein Motto ist übrigens: Ausnahmen gibt es nicht, dein Lehrer kennt nur die passende Regel nicht!“ Das ist in den meisten Fällen nicht ganz ernst gemeint, aber trotzdem ist etwas dran! Da es schon nicht wenige Lehrer gibt, die sagen, dass etwas eine Ausnahme ist, nur weil sie nicht überlegen wollen, welche Regel dahinter steckt.)

      Liebe Grüße
      Jan

  • Mojic Natasa sagt:

    Hallo Jan,

    Vielen Dank für klare und einfache Erklärungen.
    Das ist sehr leicht zu merken.

    Liebe Grüße
    Natasa

  • Jörg sagt:

    Hallo Jan,
    Ich finde deine Ausführungen sehr hilfreich und leicht zu verstehen. Ich bin ein DaF Lehrer und werde sie gleich für meine nächste Klasse einbauen. Da ich nur über Umwege zu diesem Job gekommen bin, falle ich sicherlich öfter unter die Kategorie „Lehrer-kennt-Regel-nicht“. Eine dieser Regeln wäre, warum kann man manchmal beide, nicht und kein, im selben Satz benutzen? Z.B. „Ich mag keine Milch.“, oder „Ich mag Milch nicht.“ Ist mir letzteres vielleicht eher nur aus dem Umgangssprachlichen geläufig. Es wäre super, wenn du mich erleuchten könntest. Vielen Dank

    Viele Grüsse

    • Jan von EasyDeutsch sagt:

      Hallo Jörg,

      ob beides geht hängt vom Deutsche Artikelab. Wenn du vor dem Nomen (Substantive) ein unbestimmter Artikel steht, dann geht nur „kein“! Aber selbst wenn beides funktioniert, ist die Bedeutung ist häufig leicht unterschiedlich.

      Beispiel 1:
      „Ich habe den Schlüssel.“ (Ich habe keinen Schlüssel. vs. Ich habe den Schlüssel nicht. – Hier solltest du aber schon den klaren Unterschied in der Bedeutung sehen.)
      „Ich habe einen Schlüssel.“ (Ich habe keinen Schlüssel. – „nicht“ Verneinung ist unmöglich.)

      Dein Beispiel ist mit dem Der deutsche Nullartikel. Hier musst du aufpassen. Ist es Nullartikel, weil es der unbestimmte Artikel im Pluralbildung ist? Wenn ja – immer „kein“!
      Beispiel 2:
      „Das sind Äpfel.“ (nur „kein“ denn: Das ist ein Apfel. – Nullartikel, weil unbestimmt Plural)

      Aber:
      „Ich mag Milch.“ vs. „Ich mag Milch nicht.“ (Nullartikel wegen Unzählbarkeit/Flüssigkeit)

      Das ist die grundsätzliche Regel. Es gib Beispiele, wo „nicht“ nicht funktionieren wird, da es einfach vom Sinn her nicht möglich ist, das Verb zu verneinen. (ZUSTANDSVERBEN!! z.B. sein – „Das ist keine Milch“. )

      Das würde ich aber nur erklären, falls ein Schüler nachfragt, da das sonst unnötig verwirrt!

      Liebe Grüße
      Jan

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